Prognosen für ETFs
Das Anlagevolumen des ETF-Markts in Europa wird in den nächsten Jahren noch weiter wachsen. Aber schon jetzt hat die Anzahl der gelisteten ETFs in Deutschland seit 2000 rapide zugenommen. Während der Fokus der Anbieter zuerst auf die Abbildung der Prime-Standards lag, erlebt der ETF Markt in Deutschland mittlerweile eine rasante Ausbreitung von verfügbaren Indizes, Anlageklassen und Investmentstilen. Somit stehen den Anlegern nun nicht nur ETFs auf Strategie- und Branchenindizes zur Verfügung, sondern auch ETFs auf den Geldmarkt- und Kreditmarkt sowie auf den Rentenmarkt.
Und auch am Markt der Privatanleger wird sich in den nächsten Jahren einiges tun. Zwar nutzen aktuell nur Privatanleger in den USA ETFs bereits als Anlageinstrumente, aber der deutsche Markt wird angesichts der Einführung der Abgeltungssteuer seine Asset Allocation überprüfen müssen. Anleger werden dann zum Beispiel ihre Gelder in Swap-basierte thesaurierte ETFs umschichten, da diese bei einem Erwerb noch in diesem Jahr und einer mindestens einjährigen Haltedauer nicht von der Abgeltungssteuer betroffen sein werden. Außerdem bewirkt das Inkrafttreten der MiFID das die Gebührentransparenz von Anlageprodukten deutlich zugenommen hat und das Privatanleger immer preisbewusster werden. Die MiFID ist eine Richtlinie, die es sich zum Ziel genommen hat die europäischen Wertpapiermärkte und die Anbieter europaweit stärker zu vereinheitlichen um so zum Beispiel den grenzüberschreitenden Wettbewerb zu verstärken. Die Wertpapierdienstleistungsrichtline von 1993 wird damit von der MiFID abgelöst. Die MiFID harmonisiert des Weiteren europaweit die Verpflichtungen, die Banken beim Betreiben von Wertpapiergeschäften gegenüber Anlegern einzuhalten haben.